Torquemotoren von TQ Hohes Drehmoment auf kleinstem Bauraum

Torquemotor: Definition und Funktionsprinzip

Ein Torquemotor (engl. torque motor) ist in der Regel ein hochpoliger, permanentmagneterregter Synchronmotor (PMSM). Seine elektromagnetische Auslegung ist insbesondere bei niedrigen bis mittleren Drehzahlen auf ein hohes Drehmoment ausgerichtet. Die hohe Polpaarzahl unterstützt dabei eine präzise Drehmomentbildung und Regelung über einen großen Betriebsbereich.

Die Bezeichnung Torquemotor beschreibt vor allem das Betriebsverhalten und die elektromagnetische Auslegung des Motors. Die mechanische Bauform der Motoren von TQ-RoboDrive wird durch den Begriff Frameless-Motor beschrieben. Ein Frameless-Motor (rahmenloser Motor) besteht aus einem separaten Stator und Rotor, die direkt in die kundenseitige Konstruktion integriert werden.

Ein Motor kann beide Eigenschaften verbinden. In diesem Fall spricht man von einem Frameless-Torquemotor.

Schemazeichnung und Erklärung des PMSM Motor eines Querschnitts
Begriff Beschreibung Typische Eigenschaften
Torquemotor Elektromagnetische Auslegung und Betriebsverhalten Hohes Drehmoment insbesondere bei niedrigen bis mittleren Drehzahlen
Frameless-Motor Mechanische Bauform Stator und Rotor werden ohne eigenes Gehäuse direkt in die Anwendung integriert
Frameless-Torquemotor Kombination aus Bauform und Auslegung Rahmenloser Motor mit hoher Drehmomentdichte
Ein Torquemotor beim Löten der Kupferfäden

Drehmoment und Drehmomentdichte als Schlüsselgrößen

Das Drehmoment beschreibt die Drehwirkung eines Motors und wird in Newtonmetern angegeben. Es bestimmt, wie kraftvoll ein Motor eine Last beschleunigen, bewegen oder in Position halten kann.

Bei kompakten Antriebssystemen ist jedoch nicht nur das absolute Drehmoment entscheidend. Eine wichtige Kenngröße ist die Drehmomentdichte. Sie beschreibt, wie viel Drehmoment ein Motor im Verhältnis zu seinem Volumen oder Gewicht erzeugt. 

Eine hohe Drehmomentdichte ermöglicht:

  • kleinere und leichtere Antriebe 
  • höhere Nutzlasten bei gleichem Systemgewicht 
  • kompaktere Robotergelenke und Maschinenachsen 
  • eine höhere Dynamik des Gesamtsystems 
  • mehr Designfreiheit bei begrenztem Bauraum

Gerade in Robotik, Medizintechnik und mobilen Anwendungen beeinflussen Gewicht und Größe der Motoren unmittelbar Nutzlast, Energieverbrauch und Bewegungsdynamik. Die Drehmomentdichte ist deshalb häufig aussagekräftiger als die Betrachtung des maximalen Drehmoments allein.

Vom Torquemotor zum optimalen Antrieb

Ein leistungsfähiger Antrieb entsteht erst durch das abgestimmte Zusammenspiel aus Motor, Mechanik, Sensorik, Leistungselektronik, Regelung und Thermik. 

Unser Application Engineering unterstützt Sie bei der Auswahl und Integration des passenden Torquemotors. Je nach Projekt liefert TQ-RoboDrive einzelne Stator-Rotor-Kits oder übernimmt die Montage und Integration kundenspezifischer Aktuatoren.

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Merkmale eines Frameless-Torquemotors

Ein Frameless-Motor wird zum Torquemotor, wenn seine elektromagnetische Auslegung gezielt auf ein hohes Drehmoment und eine hohe Drehmomentdichte ausgerichtet ist.

Eine Hand mit Handschuh hält einen Kupferfaden in der Hand beim Wickeln für einen Torquemotor

Die erreichbare Drehmomentdichte hängt vom Zusammenspiel mehrerer Faktoren ab:

  • Elektromagnetischer Aufbau und magnetischer Kreis,
  • Polpaarzahl und Geometrie des Blechpakets,
  • Kupferfüllfaktor und Auslegung der Wicklung,
  • Strombelastbarkeit,
  • Wärmeabfuhr und Einbausituation.

Der Kupferfüllfaktor beschreibt den Anteil des elektrisch wirksamen Kupfers im verfügbaren Wickelraum. Ein hoher Füllfaktor bedeutet, dass innerhalb derselben Motorgröße besonders viel Kupfer untergebracht werden kann. Er bestimmt den elektrischen Widerstand maßgeblich durch die Anzahl der Windungen, zusätzlich sind unter anderem Leiterquerschnitt, Leiterlänge, Windungszahl, Temperatur und Verschaltung entscheidend.

Thermische Anbindung eines Torquemotors

Das dauerhaft nutzbare Drehmoment wird wesentlich durch die Motortemperatur und die mögliche Wärmeabfuhr begrenzt. Bei einem Haltemoment mit Drehzahl null (Drehmoment im Stillstand) entsteht weiterhin elektrische Verlustleistung in der Wicklung, obwohl keine mechanische Bewegungsleistung abgegeben wird.

Das thermische Verhalten eines integrierten Antriebs hängt daher nicht nur vom Motor, sondern auch von Statoranbindung, Gehäuse, Kühlung, Lastprofil und Umgebungstemperatur ab.

Die TQ-Motoren sind auf solche anspruchsvollen Lastfälle ausgelegt. Bei der ILM-Serie unterstützen wärmeleitfähiger Kleber und der Verguss der Statorwicklungen zusätzlich eine gute thermische Verbindung zum kundenseitigen Gehäuse.

Ausschnitt eines Torquemotors von TQ

ILM oder ILM-E: Welche Motorserie passt zur Anwendung?

Die ILM- und ILM-E-Serie basieren auf demselben Grundprinzip eines rahmenlosen PMSM-Servo-Kits, unterscheiden sich jedoch unter anderem bei Statorintegration, Verguss und Sensorik. Welche Serie besser zur Anwendung passt, hängt von Performance, Stückzahl und Integrationsanforderungen ab. Wir erklären die Unterschiede beider Serien im direkten Vergleich und zeigen das vollständige Portfolio mit den jeweiligen technischen Daten.

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FAQs zu Torquemotoren

Was ist ein Torquemotor?

Ein Torquemotor ist ein elektrischer Servomotor, dessen elektromagnetische Auslegung auf ein hohes Drehmoment insbesondere bei niedrigen bis mittleren Drehzahlen ausgerichtet ist. Der Begriff beschreibt das Betriebsverhalten des Motors und nicht automatisch seine mechanische Bauform. Ein Torquemotor kann beispielsweise als Frameless-Motor ausgeführt sein, bei dem Stator und Rotor direkt in die umgebende Konstruktion integriert werden.

Was ist der Unterschied zwischen einem Torquemotor und einem Frameless-Motor?

Ein Torquemotor beschreibt die elektromagnetische Auslegung eines Motors, während der Begriff „Frameless-Motor“ die mechanische Bauform bezeichnet. Ein Frameless-Motor besteht aus einem separaten Stator und Rotor ohne eigenes Motorgehäuse. Ist dieser Motor gleichzeitig auf hohes Drehmoment und hohe Drehmomentdichte ausgelegt, handelt es sich um einen Frameless-Torquemotor.

Was bedeutet Drehmomentdichte bei einem Torquemotor?

Die Drehmomentdichte beschreibt, wie viel Drehmoment ein Motor im Verhältnis zu seinem Volumen oder Gewicht erzeugt. Eine hohe Drehmomentdichte ermöglicht kleinere und leichtere Antriebe bei gleichzeitig hohem verfügbarem Drehmoment. Das ist besonders bei Anwendungen mit begrenztem Bauraum oder bewegten Achsen relevant, beispielsweise in Robotik, Medizintechnik oder mobilen Systemen.

Welche Faktoren beeinflussen die Drehmomentdichte eines Torquemotors?

Die Drehmomentdichte wird durch das Zusammenspiel mehrerer konstruktiver und elektromagnetischer Faktoren bestimmt. Dazu gehören unter anderem magnetischer Kreis, Polpaarzahl, Geometrie des Blechpakets, Kupferfüllfaktor, Auslegung der Wicklung, Strombelastbarkeit und Wärmeabfuhr. Kein einzelner Faktor bestimmt die Drehmomentdichte allein. Entscheidend ist die abgestimmte Auslegung des gesamten Motors.

Welche Rolle spielt der Kupferfüllfaktor bei einem Torquemotor?

Der Kupferfüllfaktor beschreibt den Anteil des elektrisch wirksamen Kupfers im verfügbaren Wickelraum. Ein hoher Kupferfüllfaktor ermöglicht es, innerhalb einer gegebenen Motorgröße viel Kupfer unterzubringen. Der elektrische Widerstand wird jedoch nicht allein vom Kupferfüllfaktor bestimmt. Maßgeblich sind unter anderem Windungszahl, Leiterlänge und Leiterquerschnitt sowie Temperatur und Verschaltung.

Warum ist die thermische Anbindung bei Torquemotoren wichtig?

Die thermische Anbindung beeinflusst, wie viel Drehmoment ein Torquemotor dauerhaft bereitstellen kann. In der Wicklung entsteht Verlustwärme, die über Stator, Gehäuse und gegebenenfalls ein Kühlsystem abgeführt werden muss. Besonders bei Drehmoment im Stillstand entsteht Wärme, obwohl keine mechanische Bewegungsleistung abgegeben wird. Deshalb müssen Motor, Einbausituation, Lastprofil und Kühlung gemeinsam betrachtet werden.

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Unsere USPs

  • Frameless-Technologie mit Wurzeln in der DLR-Robotik
  • Hohe Drehmomentdichte auf kleinstem Bauraum
  • Vom Motor-Kit bis zum Aktuator
  • Skalierbares ILM- und ILM-E-Portfolio
  • Unterstützung von der Auslegung bis zur Integration und Serienfertigung

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